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Einrichtung der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln

Philosophie und Struktur des WiSo Library and Campus Service

 

1. Die zugrunde liegende Philosophie

Die WiSo Library versteht sich nicht als klassische Bibliothek, sondern als ein umfassendes Infrastrukturzentrum für Lernen, Lehre und Forschung. Ihre Entwicklung ist Ausdruck einer Philosophie, die Bibliotheken als Informationskatalysatoren begreift: Einrichtungen, die Informationen nicht nur bereitstellen, sondern deren Fluss aktiv gestalten – in Räumen, Formaten und Services.

Der Ursprung dieser Entwicklung war der Zusammenschluss von 23 vormals eigenständigen Bibliotheken der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät in ein zentrales Library Centre. Diese Neustruktur ermöglichte eine effizientere Ressourcennutzung, Synergien in der Erwerbung, eine Spezialisierung des Personals und eine strategische Neuausrichtung. Daraus entwickelte sich eine innovative Kette von Infrastrukturangeboten: das Learning Centre, das Teaching Centre, die Scholar Centres sowie später auch ein Admin Centre und ein Lab Centre.

Diese Entwicklung wird getragen vom WiSo Library and Campus Service – einer modernen Serviceeinheit, die Räume, Technik, Daten, Wissen und Menschen intelligent miteinander verbindet.

 

2. Library Centre: Struktur und Effizienz

Das Library Centre vereint 23 ehemals getrennte Teilbibliotheken an einem Standort im Studierenden Service Center. Die daraus entstandenen Effizienzvorteile sind erheblich:

  • Einsparungen durch Zentralisierung der Aufsicht
  • Einsparungen durch koordinierte Erwerbung
  • Reduktion personeller Redundanzen durch Zusammenlegung
  • Spezialisierung des Personals: Classic Librarians, Digital Librarian, Data Librarian, Teaching Librarian

Beispielhafte Angebote:

  • Ein zentraler Ausleihservice für alle Medien
  • Buchlogistik aus verteilten Magazinen
  • E-Preferred-Strategie bei der Medienerwerbung
  • Große Datenbankinvestitionen (WRDS etc.)
  • Budget für Publikationsunterstützung

 

3. Learning Centre: Erweiterter Lernraum

Das Learning Centre, untergebracht im bald sanierten WiSo-Flachtrakt, bietet eine vielfältige Lernlandschaft:

  • Mehrere hundert Einzel- und Gruppenarbeitsplätze
  • Lounge-Zonen, Eltern-Kind-Raum, Kaffeebar mit Klavier (Silent Mode)
  • WiSo Lounge als ruhiger Erholungsraum
  • Gruppenräume mit Screens und flexibler Ausstattung
  • Videostudio (One-Button-Recording Studio)
  • Begrünte Innenhöfe, einer als Open-Air-Hörsaal nutzbar
  • Geplante Ergänzung durch Health-Bereich mit z. B. Tischfahrrädern

 

4. Teaching Centre: Lehre integriert

Im Gegensatz zu herkömmlichen Learning Centres findet im Learning Centre der WiSo Library auch aktiver Unterricht statt. Hörsäle und Seminarräume sind direkt integriert.

Vorteile:

  • Kurze Wege zwischen Lernen, Lehren und Arbeiten
  • Synergien durch gemeinsame technische Infrastruktur
  • Einbindung bibliothekarischer Rollen in den Betrieb

Philosophischer Hintergrund: Bibliothekar*innen sind Informationskatalysatoren. Früher förderten sie den Zugang zu Literatur, heute begleiten sie auch den Informationsfluss in der Lehre – vom Vortrag zur Diskussion, vom Bildschirm zur Anwendung.

 

5. Scholar Centres: Die logische Erweiterung

Wissenschaftler*innen arbeiten zunehmend digital – ihr Büro ist ihr Lesesaal. Dort nutzen sie Bibliotheksressourcen, dort entsteht Forschung.

Deshalb betreibt die WiSo Library auch die Scholar Centres:

  • Informationsverarbeitung findet hier statt
  • Nutzung von E-Medien, Datenbanken etc. am Arbeitsplatz
  • Strukturierung wissenschaftlicher Arbeit durch bibliothekarische Infrastruktur

 

6. Admin Centre & Lab Centre

Ergänzt wird die Struktur durch:

  • Admin Centre: Verwaltungsgebäude der Fakultät
  • Lab Centre: Ort für sozialwissenschaftliche Forschungslabore

Beide unter Leitung der WiSo Library, eingebettet in die Gesamtstrategie.

 

7. Neue Rollen für neue Aufgaben

Die Transformation erforderte neue Rollen, die aus traditionellen Bibliotheksstellen hervorgingen:

  • Classic Librarians: zuständig für den physischen Bestand, Ausleihe und Buchlogistik im Zusammenspiel mit den dezentralen Magazinen
  • Digital Librarian: verantwortlich für digitale Medien, E-Books, Lizenzen und elektronische Ressourcenstrategie
  • Data Librarian: betreut große Fakten-Datenbanken, übernimmt Rechte-Management und bietet Schulungen zur Datenrecherche
  • Teaching Librarian: organisiert Recherchetrainings und Kurse zu wissenschaftlichem Arbeiten, KI-Recherche und integriert sie in Seminare
  • Building Manager: verantwortlich für Raumbuchung, Flächenkoordination, Baukommunikation (22.000 qm Fakultätsfläche)
  • Equipment Manager: Interior Designer für moderne Lern- und Büromöbel, flexible Raumgestaltung, akustische Optimierung
  • Technology Manager: Betreuung hybrider Medientechnik, Netzwerke, Screens, Konferenzlösungen
  • Service Manager: Organisation von Support, Buchungssystem für Arbeitsplätze, Samstagsöffnung, Technikverleih, Notfallhilfe ("Rette meine Lehre")

Das Service-Team wurde aus SHKs gebildet, die zuvor dezentrale Bibliotheksaufsichten übernommen hatten.

Diese Gesamtstruktur macht den WiSo Library and Campus Service zu einem zukunftsorientierten Zentrum für Informations- und Raumorganisation an der Universität zu Köln.

 

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